Archiv für November 2006

eTwinning: K.I.S.S.

November 20, 2006

 

malmö bridgeAm Heimweg vom eTwinning Workshop “Building the Bridges” in Kopenhagen und Malmö versuche ich jetzt die Samenkörner, die bei mir während dieser drei “Working Holiday” - Tage auf fruchtbaren Boden gefallen sind, zu beschreiben.

eTwinning ist ein erster Linie eine “Partnersuchagentur” für Lehrer, Schüler, Klassen, Schulen, die europaweit miteinander arbeiten und lernen wollen.
Kommunikations und Arbeitswerkzeuge sind in erster Linie IT -Tools.

Brigitte Parry
hat uns wieder darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Schüler/innen - digital natives - eine Veränderung unserer Lehrerrolle herbeiführen, fordern, brauchen….
Über Paradigmenwechsel des Lehrerseins habe ich schon berichtet: Nicht mehr die vortragende und prüfende Lehrperson wird unserer Kinder fit für die Zukunft machen können. Die Kinder brauchen einen Experten und einen Lernbegleiter, Moderator, Coach.

Lassen wir Lehrer/innen uns aber – wenn auch nur im virtuellen Raum – darauf ein mit einem/er Partnerlehrer/in , einer Partnerklasse oder Schüler/innen einer fremden Klasse zu arbeiten, werden von uns völlig neue Qualitäten verlangt. Fähigkeiten, die wir eigentlich unseren Schüler/innen ständig vermitteln sollten, ohne sie aber selbst jemals “gelebt”  zu haben.
Plötzlich sollten wir unser Klassenzimmer öffnen. Wir arbeiten nicht mehr im kuscheligen, geschlossenen Raum. Wir lassen Kolleg/innen, sogar solche, die wir noch nie gesehen haben, Schüler/innen aus anderen Schulen und Ländern, in unsere - virtuellen - Klassen.
Wir sollten präsentieren, kommunizieren, kollaborieren können. Eine Herausforderung, die sehr reizvoll sein kann und uns sicher Einiges an Offenheit, Überwindung und Übung abverlangt.
Als “Nebenwirkung” der Pille eTwinning werden wir für diese Kompetenzen geschult.
Haben wir, egal durch welches kooperative Projekt (Comenius, eTwinning, eLSA…) erlebt, wie viel mehr Lernmotivation wir bei unseren Schüler/innen feststellen können, dann sollten wir Kolleg/innen, Vorgesetzte und Eltern davon berichten.
Jetzt sollten wir überzeugen können, mitreißen, wir sollten Führungsqualitäten entwickeln, ja diplomatisch wie Politiker agieren können um andere mit ins Boot zu holen. (Anne Gilleran)

Neugierig auf ein eTwinnig Projekt? Eine eTwinning Partnerschaft?
Oder gibt es noch Vorbehalte und Ängste: Viel Neues, viel Arbeit, viel Zeit???
Mit K.I.S.S. ist das alles kein Problem.
Keep It Small and Simple.
Mit dieser Devise sollte man in ein Projekt einsteigen und der erste Schritt wird Erfolge bringen und weitere Erfolge nach sich ziehen. Garantiert!!

Kleine Missgeschicke wie Mikrofonüberfälle auf Wikinger oder Visakarten im falschen Schlitz werden uns davon nicht abhalten.
Liebe Grüße an Rainer Blaschke und Thomas Maier
;-)

Schule: Interpädagogika / eContent Dialog

November 12, 2006

lernen zukunftJetzt ist sie vorbei, die dreitätige Pädagogikmesse in Wien. Pflichtschullehrer/innen waren heuer sichtlich die Hauptzielgruppe.

Gleich beim Eingang stolperte der Besucher sofort in die eLSA-Klasse der Zukunft. Während wir, das eLSA Bundeskoordinatorenteam, die eLSA-Klasse der Gegenwart bewarben.

Und einen Überblick über Lernsequenzen und eLearning Aktivitäten aus dem vergangenen eLSA Jahr konnten wir auch anbieten.

Volksschulen, Hauptschulen, Berufsschulen - der eLSA Kernbereich war bis vor kurzem AHS Untertufe - interessieren sich für unser Projekt aber auch intesiv für edumoodle, die vom bm:bwk zur Verfügung gestellte Lernplattform.

Freitag Nachmittag stellte ich im Rahmen des eContent Dialogs wieder mein Isernia-Wien einem interessierten Auditorium vor.
Noch nie war der eContent Dialog so bunt und so wenig Technik-lastig wie heuer.

Amazonier und Wikipedianer

November 1, 2006

halloween
Halloween Gespenster?

Kollektive Intelligenz (Collective Intelligence):
“.. means many things to many people. Here, it refers to the capacity of human communities to evolve towards higher order complexity and integration through collaboration and innovation.”

Der Artikel im Participation Literacy - blog (Peter Giger) geht auf die unterschiedlichsten Variationen vernetzer Wissenkonstruktion im Web, Schwerpunkt Web2.0, ein.
An oberster Stelle das Web an und für sich. Ein Musterbeispiel für kollektive Intelligenz. “Much as synapses form in the brain, with associations becoming stronger through repetition or intensity, the Web of connections grows organically as an output of the collective activity of all Web users” (O’Reilly, 2005). Hyperlinks als die Synapsen, die, je öfter genutzt, umso stärker werden… desto höher oben gereiht finden wir die Links dann in Google ;-) .

Immer wieder habe ich mit Menschen zu tun, die mir erklären wie fehlerhaft, ja „gefährlich“, Wikipedia sei. Oft erfahre ich bei näherem Hinterfragen, dass eben diese Gefahr meine Gesprächspartner sogar daran hindert, Wikipedia überhaupt jemals zu öffnen, geschweige denn, sich Artikel, Autoren, Diskussionen im Hintergrund oder gar weiterführede Links näher anzusehen. Welche Gefahr? Die Gefahr der Fehlinformation? Die Gefahr der kollektiven Intelligenz? Vielleicht kann dieser Schreibwettbewerb beruhigend wirken? Auch der oben zitierten Artikel beschäftigt sich ausführlich mit Problematik der inhaltichen Verlässlichkeit der Wikipedia- Artikel. Oder dieser brandneue Test?

Zurück zum Thema:
Giger nennt als die beiden beachtlichsten Beispiele für kollektive Intelligenz das hochkommerzielle Amazon.com und die freie Enzyklopädie Wikipedia.
Worin liegt der Unterschied?
Ich fasse frei zusammen:

Beide Systeme haben eine große Palette von Möglichkeiten
Amazon baut auf sehr viele Mitglieder (Kunden), die kleine Wissenshäppchen liefern (z.B. Autor, Buchtitel). Diese veranlassen die „CI-machine“ (also der Amazon zugrunde liegenden intelligenten Software, die uns zu immer weiteren (Buch-)käufen verführt), dem Teilnehmer wieder neue Wissenshäppchen zurückzugeben. Diese wiederum stehen mit den von ihm zuvor bereitgestellten in Verbindung. Somit wird das Wissen der Mitglieder – also der Kunden – erweitert und veranlasst diese die „CI-machine“ mit immer mehr Häppchen und auch neuen Themenbereichen zu “füttern”.
Die Wikipedia CI funktioniert anders. Sie ist konkreter aber auch angreifbarer. Ein Teilnehmer füttert die Maschine mit vielem, scheinbar objektivem und für das System wichtigem, Wissen. Andere Teilnehmer sind aufgerufen zu interagieren, indem sie das Wissen nutzen. Das heißt auch darüber zu diskutieren oder es zu verändern. Die Idee dahinter ist, dass mit der Zeit das Wissen nicht nur mengenmäßig, sondern auch qulitativ, immer mehr und besser wird.

Geht es um Wissen oder Information? Als „Amanzonierin“ und „Wikianerin“ weiß ich, wo ich mich informiere ….