Im “Brainpunkt”: Lernen. Hirn? Gene? Herz!
April 21, 2007
Im Brainpunkt, Hirnforschung und Lernen.
Gestern konnte ich an diesem spannenden “Event” in der Wiener Stadthalle teilnehmen.
DDr. Manfred Spitzer und Dr. Markus Hengstschläger haben mich mit ihren Ausführungen äußerst beeindruckt.
Neue Lehrerrollen, neue Lernarrangements, menschliche, soziale und empathisch geprägte Lernwelten, die Leidenschaft und Begeisterung am Fach vermitteln und diese im Lernenden wecken…. all das kann nicht oft genug und in möglichst vielen Varianten an uns Lehrende herangetragen werden.
Werden diese Botschaften aber alle unsere Kollegen erreichen, und sind sie so überezeugend, dass sie - was mit etwas Kreativität durchaus möglich ist - trotz widriger Rahmenbedingungen umgesetzt werden?
Ein Wermuthstropfen für mich als e-Lehrerin und e-Trainerin:
Arbeiten mit neuen Medien im Unterreicht heißt nicht: Powerpoint und planloses Informationsuchen im Netz. Schon garn nicht mit jungen Schüler/innen.
Schade dass Prof. Spitzer wahrscheinlich nie erlebt hat
- wie in kollaborativen Foren oder WIKIs plötzlich Schüler/innen, die zuvor im reellen Unterricht ´kaum zu Wort kamen, plötzlich erwachen und argumentieren lernen,
- wie sie es genießen, ohne Zeitdruck überlegen zu können. Plötzlich Antworten und Feedack zu bekommen und von Mitschüler/innen ernst genommen zu werden,
Schade dass er vielleicht nicht weiß,
- dass Social Software Kinder (!!!) weltweit vernetzt und sie motiviert, sich kreativ zu äußern (Schreiben, Fotos, Videos, Musik…).
- dass Schüler/innen mit besonderen Bedürfnissen ohne Unterschied mit Kolleg/innen irgendwo in einem anderen Dorf, einer anderen Stadt, einer anderen Schule, einem andere Land in Kontakt treten und gemeinsam arbeiten, kommunizieren, spielen?
Schade,
- dass er offensichtlich nie den Unterschied zwischen einer “Maturabeichte” und einer Maturapräsentation (mit Powerpoint, Tafel oder Flipchart…) gesehen hat.
- dass er ein Werkzeug für schlechte Produkte verantwortlich macht,
- dass er einen Unterschied zwischen Oberheadfolien und Powerpointfolien sieht (warum? Urheberrecht vielleicht?)
- dass seine Ausführungen über Powerpoint bei dieser Veranstaltung durch ein nachfolgendes Powerpoint Karaoke noch mehr an Gewicht bekamen und sich so gesehen
- gut für den Verkauf des Buches “Vorsicht Bildschirm” in der Pause,
- aber schlecht auf manche/n Lehrer/in, der/die nie gelernt hat, didaktisch richtig mit den Neuen Medien umzugehen, ausgewirkt hat.
Jetzt wurde er/ sie in der Ablehnung, sich damit einmal wirklich auseinander zu setzen, bestärkt.
Aber was kümmert das die jugendlichen “digital immigrants” : sie spielen trotzdem World of Warcraft, können plötzlich besser Englisch als …. andere , können Projekte leiten und organisieren, ohne es „gelernt“ zu haben, haben sich mit Zeitzeugen übers Netz live Informationen geholt, die der Geschichtelehrer nicht kennt (was mach ma jetzt?), haben im Team die Matheaufgaben erledigt (und einen Mathestudenten um Hilfe gebeten, der grad online ist… der Lehrer erklärt leider eher schlecht…), kommunizieren online und im reellen Leben genauso gerne… und in Del.cio.us, Youtube findet sich….. nein, alles verraten wir auch nicht!!!
Lernen kann auch Spaß machen…. gemeinsam in der Klasse mit dem Lehrer - die Vortragenden der gestrigen Veranstaltung sind sich da auch einig - aber auch gemeinsam online, oder auch mal alleine….
Freude, positive Verstärkung, Stärken aufzeigen und nicht immer nach Schwächen suchen, Emotionen nutzen um Lernmotivation zu erzeugen, persönliche Anteilnahme und Interesse am Menschen, Visionen haben, Träume trotzt Widerständen verwirklichen…
Hirn, Gene…
Was macht uns leichter Lernen: die richtige Stimulation unseres Hirnes? Unsere - passenden - Gene?
Hirn und Gene? Hirn oder Gene? Ich mach er mir leicht, um hier ein Ende zu finden und sage: HERZ.
..und die wichtigste Frage beim Selbstfeedback für die Schüler wäre: “Welche Frage sollte gestellt werden, damit du zeigen kannst, was du geleistet hast und besonders gut kannst?”,
Zwei bis drei Mal monatlich stehe ich in einer ganz besonderen Klasse mit ganz besonderen Kindern.