Archiv für Juni 2007

EDEN-Online in Neapel

Juni 18, 2007

 

napoliIn Neapel, in dieser wunderbaren chaotischen Stadt ohne Regeln, fand die diesjährige EDEN- Online Konferenz statt.

Mit einem Rucksack an Informationen und einer Menge neuer Kontakte bin ich gestern, nach drei intensiven Arbeitstagen, nach Wien zurückgekehrt.

Natürlich war für mich persönlich der Freitag Nachmittag am aufregendsten. In einer Kurzpräsentation habe ich die drei österreichischen Projekte – eLSA– eBuddy– edumoodle– vorgestellt. Projekte, die die Diskrepanz zwischen der rasenden Veränderung der IKT Landschaft, und hier im Besonderen der überall aus dem Boden sprießenden Web2.0 Werkzeuge einerseits, und der zähen und langsamen Veränderung im gesamten Bildungsbereich andererseits, schrittweise aber recht erfolgreich zu überbrücken versuchen.

Speed

Weblog, WIKI, Podcast waren die am öftesten zitierten Stichworte.

Eine Vorstellung, die mich seither bewegt: Wäre ich heute eine Schülerin von 14, 15 Jahren, ständig begleitet von meinem iPod und hätte ich, weil es so Usus ist, den podcast meines Mathelehrers abboniert ( will heißen, jede Information die er uns zukommen lässt, wird jedes Mal, wenn ich meinen iPod aktualisiere – und das ist täglich – sekundenschnell auf meinen iPod übertragen) und kaum stecke ich mir die kleinen weißen Kopfhörer in die Ohren, schon höre ich seine Stimme… Würde ich das wirklich wollen? Nein!

Es muss immer noch einen Privatbereich, einen Freizeitbereich für Schüler/innen, auch für alle lernwilligen Menschen, geben. Programme, Bereiche, auch im Netz, die mich nicht automatisch mit Informationen überschwemmen, die ich in manchen Momenten meines Lebens lieber etwas weit weg von mir wissen will. M-Learning und U-Learning, recht und gut. Aber die Freiwilligkeit, Informationen wahr zu nehmen wann und wo ich es auch will, das muss ein wichtiger Faktor bleiben.

Eric Duval hat in seiner Keynote “ the snowflake effect sehr bildhaft jeden von uns als unvergleichbares Individuum (unter unzähligen anderen) beschrieben. Genauso sollte es mit Hilfe der atuellen Technologien möglich sein, individuell angepasste Lernszenarien zu entwicklen. Von jedem lernwilligen Individuum selbst.

Michael Moore’s Gedanken zu Andrew Keens Buch „The Cult of the Amateur“ oder Teemu Arinas’ Ausführungen über die “Slow Pedagocy and „Parasitic Learning“ haben mich nachdenklich gemacht.

Viele Workshops, Präsentationen und Kurzreferate haben mir wieder vedeutlicht, wie vielfältig, unterschiedlich und aufregend e-Learning ist und sein kann.

Grafik: Martin Neubauer